Erwin Bootz wurde am 30. Juni 1907 in Stettin geboren. Er wuchs in einem verhältnismäßig reichen Elternhaus mit sechs Geschwistern auf. An den Ersten Weltkrieg konnte sich Erwin Bootz auch als alter Mann immer noch genau erinnern. Mit vier Jahren begann Erwin Bootz Klavier zu spielen, er hatte sogar ein eigenes Musikzimmer. Mit 17 Jahren besuchte er dann die Musikhochschule Berlin. 4 Jahre lang studierte er Musik. 1928, Erwin Bootz war noch immer auf der Musikhochschule, wurde er von Ari Leschnikoff gefragt, ob er nicht Lust habe, bei einem "merkwürdigen Musik-Ensemble" mitzumachen. "Irgendwann an einem Mittag, ich habe noch geschlafen, kam Leschnikoff dann noch einmal an und schleppte mich mit in eine Wohnung, und dort traf ich sie: Frommermann, Cycowski und Biberti." 1938, nachdem sich die Comedian Harmonists
trennen mußten, ließ sich Erwin Bootz von seiner Frau Ursula scheiden. Seine Freunde
warfen ihm daraufhin vor, sie nur verlassen zu haben, weil sie Jüdin war. Tatsächlich
galt die Eheschließung mit einer jüdischen Frau seit den Nürnberger Rassengesetzen von
1935 als verboten, doch galt dieses Gesetz nicht für bereits bestehende Ehen. Bootz
selbst hatte die Vorwürfe gegen ihn immer bestritten. Er heiratete etwa ein Jahr nach der
Scheidung seine alte Jugendliebe. Bootz arbeitete von nun an als Komiker, Autor,
Orchesterleiter und Komponist. 1942 wurde Erwin Bootz als Soldat einberufen, schon nach
einiger Zeit bemerkte man aber seine musikalischen Fähigkeiten. So wurde er zum
Alleinunterhalter in verschiedenen Offizierkasinos. Nach der Geburt seines ersten Sohnes
versuchte Bootz in der Filmbranche unterzukommen. Er synchronisierte Trickfilme, kam sogar
bei Bavaria in München unter. In dieser Zeit ließ er sich von seiner zweiten Frau
scheiden. Er arbeitete auch in Berlin und Hamburg, schrieb über 180 Dialogbücher und
übernahm bei zirka 100 Filmen die Dialogregie. 1959 wanderte Bootz nach Kanda aus, dort
heiratete er zum dritten Mal. Auch hier war er im Medienbereich erfolgreich, bekam sogar
eine eigene TV-Show. Nach elf Jahren zog er dann doch wieder nach Deutschland zurück, er
arbeitete nun hauptsächlich an Theatern in Bochum, Bremen und Berlin.
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